Dienstag, 26. August 2008 um 04:00
Mit der neunten Ausgabe von „Blaue Narzisse” (September 2008) widmet sich die rechtskonservative Jugendzeitschrift aus Chemnitz mit der „Postmoderne” einem publizistischen Schwergewicht. Allerdings dürfte das weder dem angepeilten Publikum noch der Redaktion so recht bekommen. (…)
Einen lesenwerten und stringenten Artikel enthält die Ausgabe schließlich mit dem Beitrag des Jungrechten Carlo Clemens „Deutschland, Fußball und EM: Das letzte nationale Aufbegehren”. Clemens stellt dabei die provokante Frage, ob – wenn das sportliche Messen von „Nationen” ihren Ausdruck im Wettkampf von Nationalmannschaften findet – eine um sich greifende Einbürgerung von Sportlern rein aus sportlich-wirtschaftlichem Interesse Weltmeisterschaften und Olympische Spiele nicht langfristig ad absurdum führe. „Wenn jemand mit Migrationshintergrund für ein Land spielt, in welchem er geboren bzw. aufgewachsen ist, dann ist das eine Sache. Differenzieren muß man zwischen diesen und denjenigen, die kurzfristig eingebürgert werden, um sportlich voranzukommen.”, so Clemens. Franz Beckenbauer hätte für den Fußball angesichts solcher Entwicklungen daher nicht ohne Grund schon vor Jahren auf die „Verdrängung der Länderspiele durch eine Europa- oder gar Weltliga der Spitzenclubs” hingewiesen. Die publizistische Qualität von „Blaue Narzisse” hat innerhalb recht kurzer Zeit durchaus beachtliche Fortschritte gemacht.
Man muss anerkennen, dass sich “Endstation Rechts” um eine sachliche Differenzierung zwischen Rechtskonservatismus und Rechtsextremismus bemüht. Dafür meine Anerkennung. Über den Rest kann man streiten.
Schlagwörter: Blaue Narzisse, patriotismus, postmoderne, fußball-EM, identität